Von wenigen getragen, aber von der Idee beseelt, etwas für die Jugend tun zu müssen, wurde 1926 damit begonnen, eine Gruppe aufzubauen. Die Zeit war günstig. Die allgemeinen Wertbegriffe Einfachheit und Naturerlebnis, die von der Bevölkerung geschätzt wurden, fanden ihre Entfaltung nun bei den Pfadfindern.


Die Pfadfinder waren in St. Pölten bis 1938 St. Georgspfadfinder. Ihre Heime hatten sie meist innerhalb kirchlicher Institutionen, das Mitgestalten der kirchlichen Feiern war eine Auszeichnung. So schwierig die finanzielle Lage auch war, es wurden trotzdem Delegationen österreichischer Pfadfinder auf Lager und Treffen in alle Welt entsandt.


1938 kam wie überall im Nationalsozialismus das Aus für alle Pfadfinder Österreichs, so auch für die Gruppe St. Pölten. Viele damals im Untergrund agierende Pfadfinder wurden verfolgt, so auch der Gruppenführer von St. Josef, Pater Paulus Wörndl. Doch der Pfadfindergedanke lebte selbst in dieser Zeit weiter. Vor allem Pfarrer Renner organisierte in Kasten illegale Pfadfinderlager. Die mutigen Pfadfinderführer mussten Gerichtsverfahren über sich ergehen lassen und wurden während dieser Zeit überwacht. Einige der engagierten Leiter wurden dafür hingerichtet, wie etwa Pater Paul.


Nach 1945 startete der Neubeginn mit dem Verband der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs. Hofrat DI Ferdinand Weiser (GFM von 1948-1952) holte 1948 die Pfadfindergruppe St. Pölten wieder ins Leben zurück. Bereits 1951 namen etliche Mitglieder der Gruppe am internationalen Jamboree in Bad Ischl teil. Höhepunkte der Pfadfinderbewegung in der Pfarre St. Josef waren unter anderem das Sommerlager in Reith bei Annaberg und die Teilnahme des Bundeskanzlers Ing. Leopold Figl an einer Feldmesse der Josefspfarre. Das Pfadfinderleben in St. Pölten hatte wieder begonnen und sollte in den kommenden Jahren aufblühen.

In der Chronik finden sich die wichtigsten Ereignisse des St.Pöltner Pfadfinderlebens!