Es war ganz sicher kein normales Wiesenfest heuer. Das zeigte schon die Tatsache, dass es kein einziges Mal während der Öffnungszeiten nennenswert regnete. Aber vor allem lag es daran, dass die Stärke der Pfadfinderei, insbesondere die Stärke der Gruppe St. Pölten so richtig spürbar wurde – die unkomplizierte, verlässliche und herzliche Gemeinschaft.

Noch viel mehr Gäste als sonst besuchten dieses Jahr das Wiesenfest. Viele davon kamen wegen der saftigen Koteletts, der knusprigen Pizza und einem kühlen Getränk – doch sie bekamen sehr viel mehr. Wer genau hinschaute, konnte viele Momente beobachten, die zeigen, wie wertvoll der Pfadigedanke sein kann, wie viel er Menschen bedeuten kann und wie sehr er sie durchs Leben begleitet:

Man konnte ein lang verheiratetes Ehepaar bei den Tafeln mit Fotos stehen sehen, das sich vertraute Blicke zuwarf und im scherzhaften Streit diskutierte, auf welchem Lager genau „das mit ihnen“ denn nun begonnen hatte.

Man konnte große Kinderaugen sehen, die sich beim Anblick weißhaariger Halstuchträger*innen erstaunt und begeistert weiteten.

Man konnte gerührten Gruppenmitgliedern begegnen, die vielleicht glaubten, nach so langer Zeit nicht mehr richtig dazuzugehören und die plötzlich doch für alle sichtbar waren, erkannt und gefeiert wurden.

Man konnte Zeug*in einer stummen Umarmung zwischen einem erwachsenen Mann und seinem betagten ehemaligen Leiter werden.

Man konnte einen Enkel und eine Großmutter beobachten, die über ein Halstuch wieder vorsichtig in Kontakt zueinander kamen.

Man konnte eine Anzahl vieler Menschen entdecken, die sichtlich bewegt und überzeugt ihr Versprechen erneuerten.

Und selbstverständlich konnte man vier Tage lang vielen Menschen zusehen, wie sie für „ihre“ Gruppe bis spät in die Nacht hinein arbeiteten, dabei das gemeinsame Anpacken genossen, Sprüche klopften und die Gemeinschaft hochleben ließen – Leiter*innen, Eltern und Freund*innen der Gruppe, Jugendliche, Kinder.

Das 100 Gründe-Video im Doppelkegler war ein absoluter Publikumsmagnet, die Festschrift und die Merchandising-Produkte verkauften sich wie die warmen Semmeln. Der Kindernachmittag war gut besucht und sorgte für entspannte Fröhlichkeit, abends war stets langes Sitzenbleiben bei Gästen und auch bei Mitarbeitenden am Lagerfeuer angesagt.

Die mediale Resonanz des Wiesenfests kann sich ebenso sehen lassen: Viele Medien – Printmedien, Radio und Fernsehen – berichteten vor und während des Wiesenfest über das Fest an sich und über die Pfadis und waren dabei voll des Lobs. Highlights waren sicherlich der Beitrag über den Festakt in NÖheute und die drei Interviews am Montag nach dem Wiesenfest – live und bundesweit in „Guten Morgen, Österreich!“ zu sehen.

Der Teamgeist war bis zuletzt spürbar: Bereits am Sonntag, dem letzten Tag des Wiesenfests, blieben fast dreißig Personen bis zum Abend und bauten den Großteil des Geländes wieder so um, dass die Heimstunden wieder wie gewohnt stattfinden können.

Es gebührt allen Menschen, die zum Gelingen des Fests beigetragen haben, ein unsagbar großer Dank – es wären zu viele, müsste man sie einzeln aufzählen. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Gruppe aus diesem Gemeinschaftsgefühl und einem solch erfolgreichen Fest nun motiviert und bestens gelaunt in die nächsten hundert Jahre startet.